Nichts für Feiglinge ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2014 von Michael Rowitz mit Hannelore Hoger und Frederick Lau in den Hauptrollen. Das Drehbuch schrieb Martin Rauhaus nach einer Idee von Claudia Matschulla.

Handlung

Der 23-jährige Musikstudent Philip lebt mit zwei Freunden, dem Medienwissenschaften-Studenten Ulli und dem Jura-Studenten Mehmet, in einer typischen Studenten-WG mit den üblichen Geldproblemen. Zu Beginn des Filmes lernt er Doro, die Tochter seines Vermieters kennen, und verliebt sich in sie. Sein Leben ist ausreichend ausgefüllt mit dem Prüfungsverpflichtungen an der Musikhochschule und seiner neuen Liebe. Seine 72-jährige Großmutter Lisbeth hat ihn nach dem Tod seiner Eltern, als er fünf Jahre alt war, aufgezogen. Da die ehemalige Kunst- und Geschichtslehrerin allerdings mit ihrer scharfzüngigen herrischen Art die Menschen in ihrer Umgebung stets auf Distanz hält, konnte sich zwischen den beiden nie ein liebevolles Verhältnis entwickeln. So trifft er sich nur widerwillig einmal die Woche mit ihr. Lediglich Geldspenden von ihr sind gern gesehen.

Plötzlich häufen sich bei seiner Großmutter allerdings Verhaltensauffälligkeiten: Sie wird verwirrt von der Polizei in der Innenstadt aufgegriffen, schließt den Fernseher im Blumentopf an, behauptet dabei die Fernbedienung sei kaputt und reagiert allgemein sehr gereizt und wird immer vergesslicher.

Philip begibt sich mit ihr in eine Klinik, wo die Diagnose vaskuläre Demenz gestellt wird. Das will Philip zunächst nicht wahrhaben und versucht das Problem zu ignorieren. Bis eines Tages Lisbeth beinahe ihre Wohnung in Brand setzt, da sie das Bügeleisen vergessen hat. Da ihr daraufhin der Mietvertrag gekündigt wird und Philip keine andere Möglichkeit sieht, sucht er nun für seine Großmutter einen Platz im Pflegeheim, wogegen sich die resolute Frau vehement wehrt. Im Pflegeheim angekommen will sie sich keine Vorschriften machen lassen und wird schon am ersten Abend nach einem kleinen Handgemenge vom Pflegepersonal ruhig gestellt und am Bett fixiert.

Die Neurologin von Lisbeth informiert Philip zudem über ein mögliches Suizidvorhaben seiner Großmutter, woraufhin dieser sein egoistisches Verhalten bereut und vor allem angetrieben von Doro nach einer anderen Lösung für seine Großmutter sucht. Kurzerhand quartiert er die Seniorin erst einmal bei sich in der WG ein. Seine Mitbewohner sind davon zunächst alles andere als begeistert, aber mit der Zeit wird Lisbeth ein wichtiges und beliebtes Mitglied in der Wohngemeinschaft. Auch das Verhältnis zwischen Großmutter und Enkel bessert sich, langsam entwickelt sich eine vertrauensvolle Beziehung, in der beide füreinander da sind. Trotzdem muss eine dauerhaftere Lösung für Lisbeth gefunden werden. Philips Freundin Doro übernimmt hier die Rolle des „schlechten Gewissens“, sodass die beiden im Streit auseinandergehen.

Philip findet schließlich ein Heim Villa Grünfeld auf dem Land, da er den zunehmend schlechteren Gesundheitszustand von Lisbeth nicht mehr leugnen kann und sie eine Rundumbetreuung benötigt. Doro und Philip versöhnen sich nach einer gemeinsamen Suchaktion nach Lisbeth und einem durch sie angeregten Gespräch wieder.

Lisbeth fühlt sich in dem Heim sehr wohl, da die ehemalige Geschichtslehrerin u. a. im Heimleiter Dr. Schneider einen intellektuell anregenden Gesprächspartner findet. Sie lebt noch zwei Jahre in den Heim, bis sie eines Tages zu einer Fahrradtour aufbricht, einer Situation, die sie an den schönsten Moment ihrer Kindheit erinnert, und nicht mehr zurückkehrt.

Philip hat sie bei noch recht klarem Geisteszustand einen Abschiedsbrief hinterlassen, dort bedankt sie sich noch einmal für die schöne Zeit in der WG und dafür, dass er als Enkel wie ein echter Sohn für sie war – auch wenn es einige Zeit gedauert hat. Er schafft mit Doros Unterstützung den Abschluss seines Musikstudiums und sieht bei seinem Abschlussstück (Chopins Nocturne Opus 9 Nr. 2) Lisbeth aufmunternd lächelnd im Zuschauerraum sitzen.

Produktion und Veröffentlichung

Die Dreharbeiten in Köln und Umgebung begannen am 15. April 2013 und dauerten bis Mitte Mai 2013. Die Tragikomödie hatte am 10. Januar 2014 auf Dem Ersten ihre Premiere. Mit 4,44 Millionen Zuschauer wurde eine Quote von 13,9 % (Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen: 0,85 Millionen, 7,7 %) erreicht, womit der Film an diesem Abend den dritten Platz belegte.

Kritiken

Weblinks

  • Nichts für Feiglinge in der ARD-Mediathek. Video (88 Min.), abrufbar bis 29. Dezember 2025
  • Nichts für Feiglinge bei IMDb
  • Nichts für Feiglinge (Presseheft der ARD, archiviert im Internet Archive, acht Seiten, PDF, 1,5 MB)

Einzelnachweise


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Nichts für Feiglinge das große Abenteuer