Schwingen (oberfränkisch: Schwinga) ist ein Dorf in der Gemeinde Neudrossenfeld im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern. Der Ort liegt in der Gemarkung Brücklein.

Geographie

Das Dorf liegt im Tal des Aubachs, eines rechten Zuflusses des Roten Mains, zwischen dem Rauhen Berg (464 m ü. NHN) im Norden und dem Eichberg (406 m ü. NHN) im Süden. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 85 (1 km westlich) bzw. nach Waldau zur Kreisstraße KU 11 (3 km südöstlich), weitere führen an Siebenbrunn vorbei nach Lindau zur Kreisstraße KU 29 (1,1 km nordöstlich) und zur B 85 (1,2 km südwestlich).

Geschichte

Der Ort wurde 1337 als Schwingen erstmals urkundlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt das mittelhochdeutsche Wort swinge zugrunde (=Schwingen, ein Vorgang bei der Bearbeitung von Flachs- oder Hanffasern).

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schwingen aus 11 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (4 Halbhöfe, 2 Sölden, 2 Tropfhäuslein), der Markgräfliche Lehenhof Bayreuth (1 Gütlein), das Stiftskastenamt Himmelkron (1 Halbhöflein) und die die Amtsverwaltung Donndorf (1 Sölde).

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Schwingen dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Brücklein und der 1812 gebildeten gleichnamigen Ruralgemeinde zugewiesen. Am 1. Januar 1976 wurde Schwingen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neudrossenfeld eingegliedert.

Regional bekannt war der Ort durch das „Tanzcenter“ Schwingen Nightlife. 1949 als Gasthaus Müller eröffnet, mutierte es zur Diskothek, in der Stars wie Wolfgang Petry, Patrick Lindner, Pur und Die Flippers auftraten. Auch die Erotik-Spielshow Tutti Frutti war in den 1990er Jahren zu Gast. In den letzten Jahren legten DJs Platten auf. Ende Dezember 2024 wurde die legendäre Einrichtung geschlossen.

Einwohnerentwicklung

Religion

Schwingen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Neudrossenfeld gepfarrt.

Baudenkmäler

In der Bayerischen Denkmalliste sind 4 Baudenkmäler aufgeführt:

  • Wohnstallhaus mit Kasten, Taubenkobel und Nebengebäude
  • Wohnstallhaus
  • Zwei Türrahmungen

Literatur

  • Rüdiger Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 38). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2012, ISBN 978-3-7696-6554-3. 
  • Johann Kaspar Bundschuh: Schwingen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 268 (Digitalisat). 
  • Erich Freiherr von Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1952, DNB 451738918, S. 152–153. 
  • Georg Paul Hönn: Schwingen. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 293 (Digitalisat). 

Weblinks

  • Schwingen in der Ortsdatenbank des bavarikon, abgerufen am 16. Dezember 2021.
  • Schwingen in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 19. November 2020.
  • Schwingen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 19. November 2020.

Fußnoten


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